Clemens Maria Brentano poems

Clemens Maria Brentano(9 September 1778 - 28 July 1842 / Thal-Ehrenbreitstein)
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Es sang vor langen Jahren

- by Clemens Maria Brentano 31

Es sang vor langen Jahren
Wohl auch die Nachtigall;
Das war wohl sü?er Schall,
Da wir zusammen waren.

Ich sing und kann nicht weinen
Und spinne so allein
Den Faden klar und rein,
Solang der Mond wird scheinen.

Da wir zusammen waren,
Da sang die Nachtigall;
Nun mahnet mich ihr Schall,
Da? du von mir gefahren.

So oft der Mond mag scheinen,
Gedenk ich dein allein;
Mein Herz ist klar und rein,
Gott wolle uns vereinen!

Seit du von mir gefahren,
Singt stets die Nachtigall;
Ich denk bei ihrem Schall,
Wie wir zusammen waren.

Gott wolle uns vereinen,
Hier spinn ich so allein;
Der Mond scheint klar und rein,
Ich sing und m?chte weinen!

O Mutter, halte dein Kindlein warm,

- by Clemens Maria Brentano 14

O Mutter, halte dein Kindlein warm,
Die Welt ist kalt und helle,
Und trag es fromm in deinem Arm
An deines Herzens Schwelle.

Leg still es, wo dein Busen bebt,
Und, leis herab gebücket,
Harr liebvoll, bis es die ?uglein hebt,
Zum Himmel selig blicket.-Und weck ich dich mit Tr?nen nicht,
So weck ich dich mit Küssen;
Aus deinem Aug mein Tag anbricht,
Sonn, Mond dir weichen müssen,

O du unschuldger Himmel du!
Du lachst aus Kindesblicken,
O Engelsehen, o selge Ruh,
In dich mich zu entzücken!

Ich schau zu dir so Tag als Nacht,
Mu? ewig zu dir schauen,
Und wenn mein Himmel tr?umend lacht,
W?chst Hoffnung und Vertrauen.

Komm her, komm her, trink meine Brust,
Leben von meinem Leben;
O, k?nnt ich alle fromme Lust
Aus meiner Brust dir geben!

Nur Lust, nur Lust, und gar kein Weh,
Ach, du trinkst auch die Schmerzen;
So st?rke Gott in Himmelsh?h
Dich Herz aus meinem Herzen!

Vater unser, der du im Himmel bist,
Unser t?glich Brot gib uns heute,
Getreuer Gott, Herr Jesus Christ,
Tr?nk uns aus deiner Seite.-Du strahlender Augenhimmel du,
Du taust aus Mutteraugen,
Ach Herzenspochen, ach Lust, ach Ruh,
An deinen Brüsten saugen!

Ich schau zu dir so Tag als Nacht,
Mu? ewig zu dir schauen;
Du mu't mir, die mich zur Welt gebracht,
Auch nun die Wiege bauen.

Um meine Wiege la? Seide nicht,
La? deinen Arm sich schlingen,
Und nur deiner milden Augen Licht
La? zu mir niederdringen.

Und in deines keuschen Scho?es Hut
Sollst du deine Kindlein schaukeln,
Da? deine Kinder, so lieb, so gut,
Wie Tr?ume mich umgaukeln.

Da tr?umt mir, wie ich so ganz allein
Gewohnt dir unterm Herzen;
Da waren die Freuden, die Leiden dein
Mir Freuden auch und Schmerzen.

Und ward dir dein Herz ja allzu gro?,
Und hattest nicht, wem klagen,
Und weintest du still in deinen Scho?,
Half ich dein Herz dir tragen.

Da rief ich: Komm, lieb Mutter, komm!
Kühl dich in Liebeswogen!
Da fühltest du dich so still, so fromm
In dich hinabgezogen.

So mutterselig ganz allein
In deiner Lust berauschet,
Hab ich die klare Seele dein,
Du reines Herz, belauschet.

Was heilig in dir zu aller Stund,
Das bin ich all gewesen;
Nun kü? mich, sü?er Mund, gesund,
Weil du an mir genesen.

O selig, selig ohne Schuld,
Wie konnt ich mit dir beten;
O wunderbare Ungeduld,
Ans scharfe Licht zu treten!

O Mutter, halte dein Kindlein warm,
Die Welt ist kalt und helle,
Und trag es fromm, bist du zu arm,
Hin an des Grabes Schwelle.

Leg es in Linnen, die du gewebt,
Zu Blumen, die du gepflücket,
Stirb mit, da?, wenn es die ?uglein hebt,
Im Himmel es dich erblicket.

So lallt zu dir ein frommes Herz,
Und nimmer lernt es sprechen,
Blickt ewig zu dir, blickt himmelw?rts
Und will in Freuden brechen.

Brichts nicht in Freud, brichts doch in Leid,
Bricht es uns allen beiden.
Ach, Wiedersehen geht fern und weit,
Und nahe geht das Scheiden!
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